United Church of Christ „UCC“

Seit 1980 sind die Evangelischen Kirche der Union (EKU, heute UEK) und die UCC in den USA miteinander in dieser Kirchengemeinschaft verbunden. 1990 vereinbarte die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) mit der Ohio - und Indiana Kentucky Conference einen eigenen Partnerschaftsvertrag. Im Jahr 2000, zum zehnjährigen Jubiläum, wurde diese Vereinbarung in Bielefeld festlich erneuert.

Im September 2010 wurde in einem feierlichen Akt im Landeskirchenamt mit Präses Buß die bestehende Gemeinschaft bestätigt und das zwanzigjährige Jubiläum gefeiert. „Kirchengemeinschaft“ bedeutet die gegenseitige Anerkennung von Taufe, Abendmahl und Ordination der Pfarrerinnen und Pfarrer. Es ist damit eine deutlich engere Verbindung und Gemeinschaft zwischen den beiden Kirchen und den in ihnen lebenden und handelnden Menschen ausgesagt als es das Wort Partnerschaft allein ausdrücken würde.

Aber es ist andererseits nicht nur ein formaler Akt auf der Ebene kirchenleitender Gremien. Die Kirchengemeinschaft wird von den Menschen beider Kirchen gelebt. Davon sind die Partnerschaften einzelner Kirchengemeinden, darunter auch unsere Noah-Gemeinde ein lebendiges Zeugnis: Die gegenseitigen Besuche, das Zusammen-Unterwegs-Sein, das Miteinander-Gottesdienst-feiern und grundlegend die persönlichen Begegnungen und Freundschaften, die sich im Laufe der vielen Jahre, die die Partnerschaft der Noah-Gemeinde mit der David’s UCC dauert, ergeben haben.

Ansprechpartner in der Ev. Noah-Gemeinde:
Pfarrer Andreas Bader, Tel. 0231/51 55 02

Noah zu Besuch in den USA

Amerikanische und deutsche Flagge auf dem Camp

Mit der Partnergemeinde glauben und feiern

Am 3. Juli 2014, morgens um 8.15 Uhr, trifft sich die Reisegruppe bestehend aus 12 Menschen unserer Gemeinde auf dem Dortmunder Hauptbahnhof, um sich auf den Weg nach Ohio/USA zu machen. Zweck der Reise ist der Besuch bei der Partnerkirche unserer Gemeinde, die David’s United Church of Christ in Canal Winchester, Ohio/USA.
Zug und Flugzeug bringen die Gruppe via Frankfurt wohlbehalten und sicher auf den New Yorker „John F. Kennedy- Airport“. Unglücklicherweise aber zunächst nicht weiter. Eine Tornado- Warnung zwingt die Fluggesellschaft, den Anschluss-Flug nach Ohio zu streichen. Eine Nacht auf dem Flughafen ist die unbequeme Folge. Aber Glück im Unglück: Es findet sich eine Verbindung, die alle Reisenden sehr früh am folgenden Tag nach Columbus, der Hauptstadt Ohios, bringt.

Dort am Flughafen steht bereits das Empfangskomitee der Partnergemeinde bereit und heißt die übermüdeten Gäste willkommen. Für einen Teil der Gruppe sind es alte Bekannte aus früheren Besuchen, die man jetzt wiedersieht und mit herzlichen Umarmungen begrüßt. Untergebracht werden die Angekommenen privat bei Mitgliedern der Gemeinde.
Für ein langes Verschnaufen bleibt nicht viel Gelegenheit. Denn bereits am folgenden Tag geht es für eine Woche weiter zum Family-Camp nach Dunkirk, New York State, direkt am Eriesee.
Bevor es mit dem Camp-Programm losgeht, besucht die Gruppe die nahegelegenen Niagara-Fälle. Imposante Eindrücke vermittelt hier beispielsweise ein Bootstour, bei der man gewissermaßen die Wasserfälle‚ von unten‘ betrachten kann.
Im Camp selbst versammeln sich ca. 160 Christen aus ganz Ohio und im Alter von 6-80 Jahren - unter anderem Menschen aus der Davids Gemeinde und eben „The Germans“ aus Dortmund. Sie wollen sich eine Woche lang über sich und den Glauben austauschen, miteinander leben und feiern. Schon vor dem Frühstück werden Chi Gong Übungen angeboten und im Anschluss finden sich die Menschen in altersspezifischen Gruppen zusammen, um ihre Glaubens- und Lebenserfahrungen in der morgendlichen Andacht miteinander zu teilen. Vor dem Mittagessen – gemeinsam mit allen Teilnehmenden wie alle Mahlzeiten eingenommen – ist noch Zeit für eine Vielzahl von Interessen-Gruppen. Manche sind dort auf dem Weg, im weiten Areal des Camps die Natur wieder hautnah zu erfahren, andere treffen sich, um zu singen und schließlich gibt es auch die Möglichkeit, sich über ein Buch zu unterhalten.
Die Nachmittage sind gefüllt mit handwerklichen Aktivitäten: Es gibt die Möglichkeit, T-Shirts zu gestalten, mit Holz zu arbeiten oder auch – was stets einen großen Anklang findet, sich aus Kunstperlen allerlei wunderschönen Schmuck selbst herzustellen.
Nach dem Abendessen findet der tägliche Open-Air-Vespergottesdienst statt. Als Besonderheit in diesem Jahr wurde er von einem Chor, bestehend aus Deutschen und Amerikanern, mitgestaltet. Man traf sich zuvor zum gemeinsamen Proben und bot die Lieder dann im Gottesdienst dar.
Die Abende bieten Talent-Shows, Tanzveranstaltungen mit traditionellen amerikanischen Tänzen oder auch Spielestaffeln für die Kinder.
Für die Deutschen, aber längst nicht nur sie, steht mancher Abend jedoch im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft. Es wird gemeinsam gezittert, gebangt und schließlich gejubelt.

Der amerikanisch-deutsche Projektchor beim Auftritt im Vespergottesdienst auf dem Camp-Gelände

Der zweite Teil des Besuchs ist angefüllt mit Unternehmungen in und mit der Partnergemeinde in Canal Winchester. Dazu gehört zunächst, wiederum miteinander Gottesdienst zu feiern, diesmal in der Kirche. Er wird traditionell von beiden Gemeinden vorbereitet. Der Gast hat die Aufgabe, die Predigt zu halten, in den USA also der deutsche Pfarrer. Der Chor aus dem Family Camp ist selbstverständlich wieder beteiligt.
Die Ausflüge in die Umgebung Ohios, zum Wandern in einem Canyon und besonders der Besuch in Amish-Country, sind eindrucksvolle Erlebnisse. Nicht zuletzt bleibt das gemeinsame Verfolgen des Weltmeisterschaftsendspiels im Hause einer Gastgeberfamilie für alle in lebhafter Erinnerung.

Partnerschaft entsteht dadurch, dass Menschen sich begegnen und sich und ihre Geschichten gegenseitig kennenlernen. Nach zwei Wochen intensiver Begegnungen zwischen Deutschen und Amerikanern fällt der Abschied schwer. Aber man verspricht, sich bald wieder zu treffen, sei es beim Camp in den USA – oder vielleicht sogar in Dortmund im nächsten Jahr. „USA war toll“ heißt es bei allen Beteiligten am Schluss.
   Andreas Bader

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