Zurück aus Serbien…

Erstellt am 30.07.2017

…sind 15 junge Erwachsene der Noah-Gemeinde und der evangelischen Jugend Dortmund. Unter Leitung von Regina Kaiser und Bernd Büscher waren sie vom 17. bis 26. Juli zu Gast beim Ökumenischen Hilfswerk EHO (= Ecumenical Humanitarian Organization) in Dortmunds serbischer Partnerstadt Novi Sad. Seit 2008 besteht schon dieser jährliche Austausch, und so freuten sich die Teilnehmenden vor allem darauf, ihre serbischen Freundinnen und Freunde wiederzutreffen.

Wie in jedem Jahr stand diese internationale Begegnung wieder unter einem besonderen Thema, diesmal „Flucht und Fluchtursachen“. Serbien ist ja seit der Schließung der Grenzen in Ungarn und Kroatien der Endpunkt der „Balkanroute“, über die in den letzten Jahren Millionen Menschen versucht haben, vor Krieg, Gewalt und wirtschaftlicher Not nach Mittel- und Westeuropa zu gelangen. Heute leben in Serbien nur noch fast 6000 Menschen in den 18 staatlichen „Transit- und Empfangszentren“, in einigen bietet das EHO humanitäre Hilfe vor allem für die dort lebenden Kinder an. Zwei davon hat die Partnerschaftsgruppe besucht; im Flüchtlingscamp bei Subotica an der ungarischen Grenze halfen die jungen Menschen zwei Tage dabei, Schlafsäle zu renovieren und am Freizeitprogramm für die Kinder mitzuwirken. Die Begegnung und die Gespräche mit den dort lebenden Geflüchteten hinterließen einen tiefen Eindruck.

Über die Situation dieser Menschen und die Flüchtlingspolitik der serbischen Regierung hatte sich die Gruppe aus erster Hand informiert. Hans Friedrich Schodder, der Repräsentant des UNO-Hochkomissars für Flüchtlinge in Serbien, stand den Jugendlichen zu einem einstündigen Gespräch im UNHCR-Hauptquartier in Belgrad zur Verfügung. Im Transitzentrum Obrenovac stellte eine Mitarbeiterin des serbischen Kommissariats für Flüchtlinge und Migration die staatliche Antwort auf die Flüchtlingskrise dar. Beim EHO in Novi Sad erfuhren die Teilnehmenden schließlich, wie zivilgesellschaftliche Organisationen darauf regieren.

Beeindruckend war außerdem der Besuch einer Roma-Siedlung, in der - wie in vielen anderen Roma-Siedlungen in ganz Serbien - das EHO versucht, gemeinsam mit den Bewohnern die Lebensbedingungen durch Hilfen zur Eigenorganisation zu verbessern.

Abgerundet wurde das Programm durch touristische Unternehmungen in Belgrad, Novi Sad und Umgebung. Das Thema „Flucht“ ließ die Teilnehmenden nicht los - beim abschließenden Städtepartnerschafts-Empfang beim Stadtratsvorsitzenden von Novi Sad, Zdravko Jelušić, hatte der Politiker die Jugendlichen zur offenen Diskussion eingeladen und wurde mit Fragen nach der Situation der Flüchtenden konfrontiert.

Bei der gemeinsamen Auswertung der Begegnung wurde für 2018 überlegt, das Thema in Dortmund weiter zu verfolgen - in Kontakt mit den hiesigen Hilfsorganisationen.